Bancor
Unter dem Begriff Bancor versteht man den Namen einer in den Jahren 1940 bis 1942 von John Maynard Keynes entworfenen Weltwährung. Der Bancor sollte den Nationen als internationale Abrechnungseinheit dienen und als Wert in Gold ausgedrückt sein.
Das Modell der von Keynes entworfenen supranationalen Währung wurde 1944 im Rahmen der Konferenz von Bretton Woods vorgestellt, konnte sich hier jedoch nicht gegen den US-Dollar durchsetzen. Ziel des Bancors war es, jede nationale Währung zu einem Wechselkurs umtauschen zu können und so Leistungsbilanzschwankungen auszugleichen. Bei auftretenden Leistungsbilanzschwankungen hätten diese mit Krediten der Weltzentralbank, der International Clearing Union, ausgeglichen werden sollen. Bei einem Kreditrahmen mit 25 Prozent wären sowohl Gläubiger als auch Schuldner zu Zinszahlungen verpflichtet gewesen. Da sich dieses Modell nicht durchsetzen konnte, kam es 1968 in den USA zur Einführung der sogenannten Sonderziehungsrechte (SDR). Dabei handelte es sich um einen Währungskorb aus US-Dollar, Euro, Pfund und Yen. Diese können, wenn es Bedarf gibt in andere Währungen umgetauscht werden. Doch durchsetzen konnte sich auch diese gedachte globale Währungsreserve nicht. Im Jahr 2007 wurde Keynes‘ Ansatz im Rahmen einer wirtschaftspolitischen Diskussion erneut aufgegriffen. So forderte auch der Chef der Chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, im März 2009 eine Reform des weltweiten Währungssystems. Mit Keynes‘ Vorstellung von einem supranationalen System könne man einen Ausweg aus der Finanzkrise schaffen. Auch schlug der International Währungsfonds im Jahr 2010 erneut eine globale Währung vor.