Bankenkrise
Unter einer Bankenkrise versteht man eine spezielle Form der Unternehmenskrise, die Kreditinstitute betrifft. Es handelt sich um einen Ansteckungseffekt, der durch finanzielle Probleme einzelner Banken hervorgerufen wird. Hierbei wird das Vertrauen in das Bankensystem so stark beschädigt, dass es durch eine Kettenreaktion auch bei anderen Kreditinstituten, Gläubigern, Finanzmärkten und folglich in der gesamten Volkswirtschaft zu einem großen Schaden kommen kann.
Herrscht eine Bankenkrise, so hat dies in der Regel einen mehrjährigen Rückgang von Produktion, Einkommen und dem damit verbundenen Wohlstand der Bevölkerung zur Folge. Auch erhebliche Steuerausfälle sowie die damit verbundene höhere Staatsverschuldung sind zu bemerken. Sowohl für Anleger als auch für Aktionäre hat eine Bankenkrise negative Auswirkungen, denn sie verlieren einen großen Teil ihres Geldes. Durch den regen Handel zwischen den einzelnen Ländern kann eine Bankenkrise schnell auf weitere Volkswirtschaften überspringen. So ist die Krise unter Umständen nicht nur auf das eigene Land beschränkt, sondern wirkt sich auch auf andere Nationen aus. Zur letzten großen Bankenkrise, deren Nachwirkungen noch bis heute zu spüren sind, kam es im Jahr 2007 in den USA. Die Krise, die auf eine kreditfinanzierte Massenspekulation zurückzuführen war, äußerte sich weltweit und führte die amerikanische Großbank Lehman Brothers im September 2008 zum Zusammenbruch. Auch in der Realwirtschaft machten sich die Folgen schnell bemerkbar. Die Regel besagt, dass eine jede Bankenkrise nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds zu einem Rückgang des Bruttosozialproduktes um 20 Prozent führt.