Leitzins
Der Leitzins ist ein durch die Zentralbank eines Landes festgelegter Zinssatz zur Steuerung des Geld- und Kapitalmarktes. Er legt den Zinssatz fest, zu dem Geschäftsbanken gegen Verpfändung von Sicherheiten Geld oder unter Eingehen von Wertpapierpensionsgeschäften bei der Zentralbank erhalten können. Wichtigstes Instrument ist die Europäische Zentralbank (EZB), die einen erheblichen Einfluss auf den gesamten Refinanzierungsmarkt und die damit verbundene Liquidität eines Währungsraums hat.
Die Hauptaufgaben des Leitzinses sind die Beeinflussung der Zinsverhältnisse am Geldmarkt sowie die Steuerung der Zinsentwicklung innerhalb einer Volkswirtschaft. Je nach geldpolitischem Instrument wird beim Leitzins zwischen dem Hauptrefinanzierungssatz, dem Spitzenrefinanzierungssatz sowie dem Einlagesatz unterschieden. Für Deutschland wichtige Leitzinssätze waren der Diskontsatz sowie der Lombardsatz. Seit Mitte der 80er Jahre setzten sich Offenmarktgeschäfte durch und lösten den Lombardsatz als bedeutendsten Leitzins ab.