Nominalwertprinzip

Das Nominalwertprinzip bezeichnet das in volkswirtschaftlichen, steuerrechtlichen und geldpolitischen Bereichen geltende Prinzip, dass ein Geldbetrag immer den Wert hat, der beim Abschluss eines Vertrags vorgeherrscht hat. Veränderungen des Preisniveaus durch Inflation, Wirtschaftssituationen und mögliche Krisen haben demnach keinen Einfluss auf den zu zahlenden Geldbetrag.

Für eine Forderung oder Verbindlichkeit gilt also immer der zahlenmäßig gesetzliche Wert des Geldes. In Deutschland der Euro. Der tatsächliche Wert des Geldes interessiert bei der Zahlung eines durch eine Forderung oder Verbindlichkeit anfallenden Geldbetrages zunächst nicht. Das sogenannte Nominalwertprinzip heißt deswegen so, weil für den gesetzlichen Wert des Geldes der Nominalwert oder auch Nennwert des Geldbetrages gilt. Man spricht deshalb bei diesem Prinzip auch von Nennbetragsschuld. Es fällt bei der Begleichung eines Geldbetrags also immer der Nominalwert an, egal ob dieser vom realen Wert abweicht oder nicht. Die Forderung in einer genannten Eurohöhe bleibt also bestehen, egal ob die Kaufkraft der europäischen Währung abnimmt oder zunimmt. Auf dieses Prinzip baut vor allem das deutsche Handels- und Steuerrecht. Auf die Steuerzahler kann das demnach sowohl positive, als auch negative Konsequenzen haben. Bei inflationären Voraussetzungen steigt so die Steuerbelastung. Bei deflationären Bedingungen dagegen sieht es eher positiv für den Steuerpflichtigen aus. Das Nominalwertprinzip zeigt also vor allem, wie wichtig wertstabiles Geld für eine funktionierende Gesellschaft ist. So entsteht auch auf die Politik ein gewisser Druck, den hohen Maßstab des Geldes aufrechtzuerhalten. Erreichen kann eine Wirtschaft das mit einer soliden Finanz- und Geldpolitik.